July 30, 2026
Wie Mer Germany und Mer Austria mit Smart Pricing die Anzahl der Ladevorgänge um das 5,3-Fache steigern konnte
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In dieser Fallstudie bezieht sich „Mer“ auf Mer Deutschland und Mer Österreich, also auf die beiden Unternehmen, deren Daten in dieser Fallstudie dargestellt werden.
Einleitung
Für Ladepunktbetreibende (CPOs), die die Auslastung ihrer Ladeinfrastruktur steigern möchten, ist der Preis der direkteste Hebel, um die Nachfrage zu steuern. Mer hat dies im März 2026 mit der Optimierung seiner Smart-Pricing-Strategie auf Cariqa gezeigt und damit eine unmittelbare Steigerung bei Ladevorgängen, abgegebener Energie und Ladeumsatz erzielt.|”
Noch wichtiger: Der Effekt beschränkte sich nicht auf einen kurzfristigen Anstieg. Die höhere Ladefrequenz hielt über die folgenden drei Monate an. Das zeigt, wie dynamische Preisgestaltung nicht nur genutzt werden kann, um auf Nachfrage zu reagieren, sondern auch, um sie gezielt zu beeinflussen.
Der Fall zeigt außerdem deutlich, warum CPOs davon profitieren, die direkte Kontrolle über ihre Preisgestaltung zu behalten.
Der Ansatz
Die Smart-Pricing-Funktion von Cariqa ordnet jeden Ladepunkt einer von fünf Auslastungsstufen zu, von „ungenutzt“ bis „ausgelastet“. Für jede Stufe legt der CPO fest, welcher Rabatt oder Aufschlag angewendet werden soll: ein höherer Rabatt für wenig genutzte Ladepunkte und ein Aufschlag für stark ausgelastete Ladepunkte. Sobald diese Vorgaben definiert sind, prognostiziert Smart Pricing die Nachfrage in Echtzeit und passt den Preis automatisch innerhalb dieser Grenzen an.
Auf Basis der Auslastung der Ladepunkte in Österreich und Deutschland wollte Mer die Nutzung weniger frequentierter Ladepunkte erhöhen. Dafür wurde die mögliche Rabattspanne für Ladepunkte in der Stufe „ungenutzt“ von −10 % auf −30 % erweitert.
Die neue Preisstrategie wurde sofort im gesamten Netzwerk umgesetzt und über das Cariqa Nachfrage Netzwerk verbreitet. Da Smart Pricing Änderungen automatisch anwendet, musste Mer weder einzelne Ladepunkte manuell neu bepreisen noch darauf warten, dass ein Reseller die Änderung weitergibt, wo sie verzögert oder mit Aufschlägen bei der Kundschaft ankommen könnte.
Die Ergebnisse
Um die Auswirkungen präzise zu messen, wurden zwei Vergleiche betrachtet.
Erstens wurden die zwei Wochen unmittelbar vor und nach der Änderung verglichen, um zu sehen, wie schnell Fahrende auf die neue Preisgestaltung reagierten. Zweitens wurden die durchschnittlichen Wochenwerte der zwei Monate vor der Änderung (Januar und Februar) mit den drei Monaten danach (März bis Mai) verglichen, um zu prüfen, ob die Verbesserung nachhaltig war. Für den zweiten Vergleich wurden Wochenmittelwerte verwendet, damit die unterschiedlichen Längen der beiden Zeiträume die Ergebnisse nicht verzerren.
Die Analyse war kein kontrolliertes Experiment. Die Preisänderung war jedoch die wichtigste operative Veränderung in diesem Zeitraum. Die Kombination aus der unmittelbaren Reaktion und der längerfristigen Entwicklung liefert deutliche Hinweise darauf, dass die neue Preisstrategie mit einer wesentlichen Veränderung des Ladeverhaltens verbunden war und nicht nur eine kurzfristige Schwankung ausgelöst hat.
Unmittelbarer Effekt
Vergleich: zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Änderung (Deutschland und Österreich)
- Ladevorgänge: 3,1-fach
- Abgegebene Energie: 3,2-fach
- Ladeumsatz: 2,5-fach
Nachhaltiger Effekt
Vergleich: durchschnittliche Wochenwerte, zwei Monate vor und drei Monate nach der Änderung (Deutschland und Österreich)
- Ladevorgänge: 5,3-fach
- Abgegebene Energie: 5,7-fach
- Ladeumsatz: 4,7-fach
Der Zwei-Wochen-Vergleich zeigt, dass Fahrende nahezu unmittelbar auf die neue Preisgestaltung reagierten. Die längerfristige Analyse zeigt, dass die Verbesserung nachhaltig war und nicht nach einem anfänglichen Anstieg wieder zurückging. Tatsächlich entwickelten sich die durchschnittlichen Wochenwerte auch nach den ersten zwei Wochen weiter positiv, was darauf hindeutet, dass die Preisstrategie über die Zeit zusätzliche Ladevorgänge generieren konnte.
Die beiden Märkte entwickelten sich leicht unterschiedlich: Deutschland reagierte schneller, während Österreich langfristig stärkere Zuwächse erzielte. Das Gesamtbild war jedoch konsistent, weshalb die kombinierten Ergebnisse dargestellt werden.
Warum das wichtig ist
Für einen CPO ist die Auswahl oft begrenzt: Entweder werden im gesamten Netzwerk Rabatte angeboten und die Profitabilität sinkt, oder es werden keine Rabatte eingesetzt und ungenutztes Potenzial bleibt bestehen.
Mer konnte diesen Zielkonflikt vermeiden.
Statt den gleichen Rabatt auf das gesamte Netzwerk anzuwenden, konnte Mer gezielt die Nutzung weniger frequentierter Ladepunkte steigern, ohne die Preise an bereits gut ausgelasteten Ladepunkten unnötig zu senken. An einem der am wenigsten genutzten Standorte von Mer stieg die Auslastung beispielsweise von 1,9 % im Februar auf 8,5 % im März, also um das 4,5-Fache, nachdem die neue Strategie eingeführt wurde.
Eine solche Strategie funktioniert jedoch nur, wenn die Kundschaft die neuen Preise tatsächlich sieht. Da Mer die Preisgestaltung direkt innerhalb der Cariqa-Infrastruktur steuert, wurden Änderungen ohne Verzögerung und ohne Aufschläge durch Reseller an Fahrende weitergegeben. Mer konnte eine neue Strategie definieren, ihre Wirkung innerhalb weniger Tage beobachten und sie beibehalten, während sich die Ergebnisse über die folgenden Monate weiter verbesserten.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Smart Pricing weit mehr ist als ein Automatisierungswerkzeug. Wenn CPOs die direkte Kontrolle über ihre Preisgestaltung behalten, können sie eine kommerzielle Strategie definieren, sie sofort im gesamten Netzwerk umsetzen und mithilfe realer Nachfrage kontinuierlich weiterentwickeln. Preisgestaltung wird dadurch zu einem präzise steuerbaren Hebel, um die Auslastung zu erhöhen, Umsatz zu steigern und die bestehende Infrastruktur besser zu nutzen.